Nachlese: Musik im und am Turm, Posaunenchor Horn, Henning der Barde zur LKN Bildquelle: Silke Engel Ein „WegWeiser“ als besondere Auszeichnung Heimatverein Horn erhält landesweiten Ehrenamtspreis der NRW-Stiftung Horn-Bad Meinberg: Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt der Heimatverein Horn am Wochenende einen „WegWeiser“ des Fördervereins der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Mit diesem Preis wird landesweit einmal im Jahr eine Gruppe oder eine Person ausgezeichnet, die sich beispielhaft für den Naturschutz oder die Heimat- und Kulturpflege in NRW einsetzt. Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins der NRW- Stiftung in der Abtei Marienmünster überreichte der Fördervereinsvorsitzende, Staatsminister a.D. Michael Breuer vor rund 250 Gästen den Preis an Anne Oelers-Albertin und Matthias Keiser, die diesen stellvertretend für alle Vereinsmitglieder entgegen nahmen. Der Heimatverein setzt sich seit vielen Jahren vorbildlich für die Heimat- und Kulturpflege in Horn ein, so die Begründung des Fördervereins NRW- Stiftung. Neben der Planung und Umsetzung eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms mit Vorträgen, Besichtigungen und Exkursionen betreut der Verein seit 2003 auch das Burgmuseum Horn. Mithilfe der NRW-Stiftung richtete der Heimatverein dort erst kürzlich einen Raum zur Burg- und Stadtgeschichte neu ein. Dabei ging es dem Verein vor allem um eine bessere Ansprache von Kindern und Jugendlichen, so dass sich im „Roten Saal“ nun auch zahlreiche Exponate zum Anfassen befinden. Der „WegWeiser“ wurde vom ehemaligen Vizepräsidenten der NRW-Stiftung, Professor Eberhard Weise, gestiftet und in den vergangenen Jahren dreizehnmal verliehen. Veranstaltungsankündigung Tag des offenen Denkmals – Heimatverein Horn Öffnung des Felsenkellers – Einblicke in den Eiskeller des Horner Brauwesens Seit dem Jahr 1511 durfte in Horn Bier gebraut werden. Zunächst fand das Brauen unter Aufsicht des Braueramtsdechen nach der Brauordnung in den größeren Häusern statt. Die Gerätschaften mit der Braupfanne wurden von Haus zu Haus gegeben. Im Jahr 1812 wurde von dem Handschuhmacher, Johann Heinrich Lidecke, für 450 Tlr. das Haus neben dem Kotzenbergschen Hof am Marktplatz im Domensoot 1 (heute Haus Geise) erworben und dieses zum ersten Brauhaus in Horn umgebaut. Im Innenhof des heutigen Gebäudes ist noch heute ein alter Giebelstein vom ersten Brauhaus zu sehen mit der Inschrift „ Brauhaus 1828“. Für die Lagerung des Bieres wurde zunächst der Burgkeller genutzt, bis im Jahre 1844 der Administrator Kuhlemann aus Merlsheim, der das Brauhaus gepachtet hatte, den Felsenkeller am Holzhauser Berg erbaute. Dieser wurde als Bier- und Eiskeller genutzt. Die Baukosten betrugen 750 Tlr. Auch heute ist im Eingang zum Felsenkeller ist noch die Inschrift „Brauamt Horn“ und das Wappen von Horn zu sehen. Das Eis wurde in den Wintermonaten aus den Teichen im Bereich der Externsteine ausgesägt und dann mit Pferdekarren zum Felsenkeller transportiert und durch einen Schacht in den Keller eingebracht. 1864 wurde das erste Brauhaus ein Raub der Flammen beim großen Stadtbrand. Das Braurecht wurde am 15.07.1864 an August Kanne aus Berlebeck für 3.350 Tlr. verkauft, der an selber Stelle des alten Brauhauses ein neues Brauhaus baute. Dies bedeutet gleichzeitig die Auflösung der Horner Brauergilde mit zuletzt noch 15 Mitgliedern. Nach dem Tode von August Kanne kam das Brauhaus in neue Hände: Die Brüder Kaiser von Dadinghausen kauften das Brauhaus für 21.000 Tlr., diese verkauften es 1880 an Herman Wolff aus Horn, der das Brauhaus noch ein Jahr betrieb, um es dann als Wohnhaus und zu landwirtschaftlichen Zwecken zu nutzen. Der Felsenkeller wurde 1889 an den Besitzer der Arminiusbrauerei in Kohlstädt verkauft. Das Ende der Nutzung als Eiskeller ist nicht bekannt. Neuere Funktionen hatte der Felsenkeller für die Kühlung von Fleischwaren, als Schutzraum im zweiten Weltkrieg und als Werkstatt und Lager eines Bauunternehmens. Zum Tag des offenen Denkmals öffnet der Heimatverein Horn den Felsenkeller zur Besichtigung am Sonntag, den 11.09.2016 von 14:00 bis 16:00 Uhr. Treffpunkt für die Besichtigung ist die Gabelung der Straßen Holzhauser Berg/Bornsberg. Parkplätze befinden sich am Busbahnhof in der Mittelstraße oder an der Burg am Potthof. Nach dem Besuch bietet es sich an, die weiteren Stationen des Bierbrauens in Horn auf einem eigenständigen Spaziergang zu erkunden. Der Weg kann über die Burg zum Marktplatz, zum ehemaligen Brauhaus (Domensoot Nr. 1) und zur Malzdarre, dem Eulenturm führen.